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Workshop: Schule in der Demokratie – Demokratie in der Schule?

Gibt es in der Schule eigentlich Demokratie? Können Schüler*innen demokratisch den Schullalltag mitbestimmen? Diesen und anderen Fragen haben sich die Schüler*innen der Toni-Sender-Oberstufe am Freitag, den 11.02.2022, in Zusammenarbeit mit der AG Politische Bildung und politische Partizipation und den Verbindungslehrern Faruk Doganci und Ralph Blasche, gewidmet. Als Gast durften wir Dr. Alexander Wohnig, Professor für Didaktik der Sozialwissenschaften an der Universität Siegen, begrüßen, der uns als Experte zur Verfügung stand. Nach einer Begrüßung sprach Dr. Wohnig in einem Kurzvortrag über Definitionen von Demokratiekonzeptionen (Demokratietheorien) und ob und wie sie sich in der Schule und in anderen Institutionen widerspiegeln. Die Frage, ob es eine wirkliche Entscheidungsmacht der Schüler*innen in wirklich wichtigen Fragen gibt, die den Schulalltag eines jeden Lernenden beeinflussen, spielte in dem Input eine wichtige Rolle. Danach ging es darum, zentrale Fragen und Probleme mithilfe von Dr. Wohnig zu besprechen.  

   

Anschließend wurden für den Workshop einige Bausteine festgehalten: 1. Was ist Demokratie? Demokratietheorien und Demokratiekonzeptionen, 2. Schule und Demokratie: Inwiefern ist die Schule demokratisch/undemokratisch, 3. Hierarchische Strukturen in der Schule und 4. Wie könnte eine demokratische(re) Schule aussehen? Diese Bausteine galt es zu bearbeiten. Dafür bildeten die Schüler*innen 3-5er-Gruppen und suchten sich einen Baustein aus. Moderationskarten und Stifte wurden den Gruppen ausgeteilt, damit sie ihre wichtigsten Punkte aufschreiben konnten.

Unter anderem folgende Fragen wurden intensiv diskutiert: Gibt es Möglichkeiten, durch Mitbestimmung das selektive Schulsystem zu verändern? Welchen Einfluss hat die Schülerschaft im vorgegebenen Rahmen in diesem Zusammenhang? Wo und inwieweit kann die Schulgemeinschaft (differenziert zwischen Schüler*innen und Lehrenden) bisher mitbestimmen und wo nicht?  Wie sieht es in Sachen Curricula, Leitbildern, Noten, Schulpolitik in Corona-Zeiten, Einstellung von Lehrkräften etc. konkret mit der Mitbestimmung aus? Gibt es einen Ort in der Schule, an dem sich Schüler*innen politisch ausleben können? Wird die Schülerschaft für ihre politischen Ideen und Aktionen anerkannt oder nicht? Worin unterscheidet sich ein liberales von einem republikanisches Demokratieverständnis und was sind die Konsequenzen? Ist die Schule überhaupt demokratisch? Was genau ist an ihr undemokratisch? Was kann man verändern? Wie könnte es ganz anders aussehen? (Utopische und realistische Vorstellungen in Zusammenhang mit den Bausteinen des Workshops.) Welche Gestaltungsideen gibt es für eine Demokratisierung der Schule?

Nach der Gruppenarbeit gab es eine intensive Diskussionsrunde, in der die Vorstellungen, Eindrücke und Fragen der Teilnehmenden im Diskurs mit Dr. Wohnig ausführlich zur Sprache kamen. Neben den oben genannten Fragen ging es beispielsweise auch noch um das Zentralabitur und die durch das Schulsystem bedingte Macht der Schulleitung und der Lehrkräfte, die zu Ungerechtigkeiten führe.

Der Workshop „Demokratie in der Schule?“ war ein voller Erfolg aus Schüler*innen-Sicht. Wir hatten die Möglichkeit, mehr über unsere Rechte zu lernen, Meinungen auszutauschen und Kernprobleme im Schulsystem sowie in unserem Schulalltag aufzudecken. Ein großer Dank geht an Prof. Dr. Wohnig, sowie an unsere Verbindungslehrer Faruk Doganci und Ralph Blasche, dafür, dass sie sich die Zeit genommen haben und uns einen informationsreichen, interessanten und erfolgreichen Workshop an unserer Schule ermöglicht haben.

Bericht: Lina El Hachimi El Alaoui                                                                                                                     

Projektorganisation: AG Politische Bildung und politische Partizipation, Prof. Dr. Alexander Wohnig, Faruk Doganci und Ralph Blasche