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Reichtum und Armut in Deutschland: „Geht es in der BRD sozial gerecht zu?“

Eine Diskussionsrunde: 12B-Deutsch-LK (Q2) in der Profilwoche des Schuljahres 2018/19 (gekoppelt mit PoWi) mit Prof. Dr. Frank Nonnenmacher und Prof. Dr. Alexander Wohnig

Von: Jannes Podeyn (13B)

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Das Thema soziale Ungleichheit / Ungerechtigkeit ist in Deutschland eine sowohl aktuelle als auch generationsübergreifende Problemstellung. Reichtum und Armut in der deutschen Gesellschaft klaffen so deutlich auseinander, wie in kaum einem anderen europäischen Staat. Laut dem Online-Magazin „ZEIT ONLINE“ zeige ein Bericht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), dass die zehn Prozent Spitzenverdiener knapp 55 Prozent des gesamten Nettovermögens Deutschlands ausmachen. Oder anders formuliert: Laut dem DIW besitzen die 45 reichsten Deutschen so viel Kapital wie die Hälfte der gesamten Bevölkerung Deutschlands. Auch das Wirtschaftssystem des Kapitalismus sorgt dafür, dass die oft genannte „Schere“ zwischen Arm und Reich aufrechterhalten, wenn nicht sogar vergrößert wird.

Im Laufe des letzten Halbjahres hat sich der Deutsch-LK (12B) im Fach Politik und Wirtschaft mit dieser umfangreichen Thematik unter der Leitung von Herr Blasche auseinandergesetzt. Dazu zählten längere Projekte in eingeteilten Gruppen, die die Aufgabe hatten, verschiedene Aspekte des breitgefächerten Themas der sozialen Ungleichheit herauszuarbeiten und zu analysieren. Konkrete Beispiele dafür wären unter anderem die Analyse des deutschen Steuersystems oder die Beschäftigung mit der Problematik der Steuervermeidung und Steuerhinterziehung. Des Weiteren zählten zwei Besuche in das „Haus am Maiberg“, eine Einrichtung für politische und soziale Bildung in Heppenheim, zu Unternehmungen innerhalb des Themengebietes.

Einen wichtigen Teil-Abschluss des Projektes bildete die Diskussionsrunde der 12B mit den Professoren der Sozialwissenschaften Dr. Frank Nonnenmacher (Professor für Didaktik der Sozialwissenschaften an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität zu Frankfurt a. M.) und Dr. Alexander Wohnig (Juniorprofessor für Didaktik der Sozialwissenschaften an der Universität Siegen). Im Plenum stellten die verschiedenen Gruppen ihre Ergebnisse vor, worüber anschließend Fragen an die Professoren gestellt werden konnten. Überdies hinaus entstanden aus den Fragen weitere Denkanstöße zur Vertiefung und Erweiterung, ausgehend von den Professoren, die auch in andere Gesprächsthemen zum Thema soziale Ungleichheit mündeten.

Neben wichtigen Erkenntnissen über die deutlichen sozialen Schichten in Deutschland, über die sich laut Dr. Alexander Wohnig bereits Kinder bewusst sind oder dem immer noch aktuellen „gender gap“ (vor allem in der Freien Marktwirtshaft), stand eine große Kernaussage über der ganzen Thematik: Der Staat und die Politik müssen so ins wirtschaftliche Geschehen eingreifen, dass soziale Ungerechtigkeit nicht noch ausgeprägter wird. Das bedeutet beispielsweise eine höhere Besteuerung der Spitzenverdiener und Firmen, deren Gelder für unterstützende Maßnahmen der sozial schwachen Schichten und der Aufrechterhaltung des Sozialstaates genutzt werden könnten.

Eine wichtige Botschaft für die 12B wurde letztlich von Frank Nonnenmacher formuliert. Der Dialog über die Problematik ist ein bedeutender Schritt in die richtige Richtung. Doch wenn der Einzelne wirklich etwas nachhaltig bewirken will, führt kein Weg vorbei, sich mit seiner Stimme in die Politik einzubringen. Sei es wählen zu gehen, zu demonstrieren, sich in sozialen Bewegungen zu engagieren oder sich sogar direkt an Politiker zu wenden. Nur derjenige, der sich politisch im Staat einbringe, kann diesen letztendlich auch nach seinen Vorstellungen beeinflussen und vielleicht dafür sorgen, dass Probleme wie soziale Ungerechtigkeit in Zukunft etwas weniger krass als aktuell sind.

Projektleitung: Ralph Blasche, Tutor der 12/13B