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Mobbing an der NGO?

In der AG Mediation und Mobbingintervention haben wir bereits nach einigen Treffen beschlossen, dass wir eine Umfrage zum Thema Mobbing an der NGO machen wollen.
Innerhalb von drei Treffen hatten wir die Fragen zusammengestellt, ihre Reihenfolge bestimmt und einen Entwurf auf dem PC angefertigt.

Danach mussten wir einen Plan zur Befragung aller Klassen entwickeln und darauf achten, dass jede Klasse an der Umfrage teilnimmt. Das war wirklich schwierig, weil zwischendurch das Praktikum der Q2 war und die anderen Klassen nicht immer in den angegebenen Räumen waren.

Sobald wir endlich alle ausgefüllten Bögen hatten, kam der anstrengendste Teil: die Auswertung. Dieser Teil hat am längsten von allem gebraucht, da er sehr aufwändig ist - zumal wir die Anzahl der auszuwertenden Zettel doch erst einmal unterschätzt haben.

Bewertung der Ergebnisse - Schlussfolgerungen:

Wie leider an jeder (Bildungs-)Institution ist Mobbing auch innerhalb der Schülerschaft der NGO eine nicht zu unterschätzende Problematik. Interessant und bedeutsam ist, dass auf dem Fragebogen die Anzahl der Schüler/innen die Formen von Mobbing beobachten sehr viel höher ist als die Anzahl der Schüler/innen, die angaben, gemobbt zu werden. Diese ist nämlich erfreulicherweise eher gering.

Wie kommt diese Diskrepanz zwischen Fremd- und Selbstwahrnehmung zustande?

Eine Erklärung dafür könnte sein, dass sich nicht alle von Mobbing Betroffenen – trotz Anonymität-als „Mobbingopfer“ sehen wollen – sich also auch indirekt nicht „outen“ möchten.

Eine andere Erklärung ist, die unseres Erachtens eine weitaus größere Rolle spielt, dass häufig vor allem Schüler/innen, die Konflikte und Streitigkeiten beobachten, diese als Mobbing klassifizieren, obwohl es sich faktisch nicht um Mobbing, sondern um einen (destruktiv) ausgetragenen Konflikt zwischen zwei oder mehreren Parteien handelt, die jeweils solidarisierende Mitschüler auf ihren Seiten haben.

Auch ist zu bedenken, dass Kennzeichnen eines Mobbingopfers auch darin bestehen, dass es sich gerade nicht wehren kann und niemand es unterstützt und „beschützt“.

Vor diesem Hintergrund kann es auch im Zusammenhang mit Beobachtungen zu vorschnellen „Diagnosen von Mobbing“ kommen, obwohl es sich faktisch um Konflikte handelt.

Konflikte sind sowohl auf gesellschaftlicher als auch schulischer oder privater Ebene etwas ganz Normales. Wichtig ist allerdings zu lernen, sie konstruktiv und lösungsorientiert auszutragen. Wenn dies nicht gelingt, was durchaus des Öfteren vorkommt, bietet sich das Verfahren der Mediation an, welches die Konfliktparteien darin unterstützt, ihren Konflikt konstruktiv zu bearbeiten und zu lösen.

Abschließend ist es mir, Ralph Blasche, wichtig zu betonen, dass sich alle Schüler/innen unserer Schule, die gemobbt werden oder aber in Konfliktsituationen Beratung benötigen, an mich wenden können und sich dazu ermutigt fühlen sollen!

Ralph Blasche (AG-Leiter); Federführung Anfertigung des Berichts: Janine Fischer; Konzeption, Durchführung und Auswertung der Umfrage: alle AG-Teilnehmenden